NEUES

Donnerstag, 28.05.2020

In der Krise beweist sich der Charakter



Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.


Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht.

Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird.

Veränderungen

„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde.

Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

1. Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder

Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.

2. Rücklagen

Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese - ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.

3. Gehalts- und Transferobergrenzen

Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.

4. Einfluss durch Berater beschränken

Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.

Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.

Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.

Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.

Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!

Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.

5. Kader begrenzen

Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauern. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.

Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.

Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

Freitag, 15.05.2020

Offener Brief des 1. FC Magdeburg


An dieser Stelle wollen wir den Brief des 1. FC Magdeburg dokumentieren und unterstützen.

Sehr geehrter Herr Dr. Koch,

im Anschluss an die gestrige Konferenz mit den Regional- und Landesverbandspräsidenten werden Sie in der vom DFB veröffentlichten Pressemeldung unter anderem wie folgt zitiert: „Ein Teil der Vereine der 3. Liga spielt seit Wochen ein für den Fußball in Deutschland unwürdiges Schauspiel, bei dem die Landes- und Regionalverbände, die den DFB gemeinsam mit der DFL bilden, nur Zuschauer sind. Dies ist unerträglich und nicht länger hinzunehmen. All jene, die vehement den Saisonabbruch fordern, müssen endlich Antworten liefern, was ihre konkreten Alternativen sind und ob sie bereit sind, die Verantwortung für die gravierenden wirtschaftlichen und strukturellen Folgen zu übernehmen [...].“ Für uns, den 1. FC Magdeburg, überschreiten Sie damit die Grenze eines demokratischen und gesellschaftlichen Miteinanders.

Mit Ihren Aussagen stellen Sie, unter anderem den 1. FC Magdeburg, neben vielen anderen Vereinen öffentlich in eine Ecke, in die wir nachweislich nicht gehören. In Kenntnis der Tatsache, dass die geltende behördliche Verfügung in Sachsen-Anhalt wie auch in anderen Bundesländern bis einschließlich zum 27.05.2020 keinen Wettkampfbetrieb ermöglicht, stellen Sie uns als Schauspieler dar. Weiterhin sprechen Sie uns dabei die Rolle zu, hier seit Wochen ein unwürdiges Schauspiel zu Lasten des deutschen Fußballs zu betreiben. Vereine, welche sich an geltende Gesetze und Verfügungen unseres Landes halten und diese im Sinne der Gesundheit Ihrer zahlreichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorschriftsmäßig umsetzen, als problemorientiert Denkende oder für Probleme sorgende Vereine darzustellen, sorgt für großes Unverständnis und lässt uns fassungslos zurück.

Es ist festzuhalten, sehr geehrter Herr Dr. Koch, dass es grundsätzlich in der Verantwortung des DFB selbst liegt, entsprechende Lösungen für einen potentiellen krisenbedingten Abbruch der Saison transparent aufzuzeigen. Bis auf eine zwingende Aussetzung der Spiele, um Regressansprüche des Verbandes zu vermeiden, wurden bisher keine anderweitigen Lösungswege vom DFB Präsidium selbst aufgezeigt und ernsthaft diskutiert. Der Verband, als verantwortlicher Träger der 3. Liga, sollte auf das Szenario Saisonabbruch ohnehin vorbereitet sein. Wenn aufgrund plötzlicher Neuinfektionen nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs ein Abbruch der Saison droht, muss bereits jetzt feststehen, wie dann zu verfahren ist. Oder ist die Fortsetzung der Meisterschaftsspiele für Sie tatsächlich alternativlos? Für diesen Fall müssten Sie sich allerdings fragen, warum in anderen Fußballligen und Sportarten ohne größeres Aufsehen ein Saisonabbruch möglich war und dort bereits jetzt eine neue Saison geplant und vorbereitet werden kann?

Dass der DFB bereits den Re-Starttermin für die 3. Liga für den 26.05.2020 öffentlich publiziert hat, ist eine weitere Bestätigung des unverantwortlichen Handelns gegenüber seinen Vereinen. Wohlwissend, dass die aktuelle behördliche Verfügungslage für Sachsen-Anhalt mit zwei teilnehmenden Drittligisten sowohl ein Mannschaftstraining als auch den Wettkampfbetrieb bis zum 27.05.2020 untersagt, wurde in der DFB Präsidiumssitzung vom 11.05.2020 ein entsprechender Rahmenterminkalender beschlossen. Offensichtlich scheint man sich demnach sehr sicher zu sein, dass man die verantwortlichen Politiker der jeweiligen Bundesländer bis dahin umgestimmt hat. Dieses Handeln widerspricht jeglicher gesellschaftspolitischer Vorbildwirkung und wird der Verantwortung des größten Fußballverbands der Welt nicht gerecht.

Den Vereinen wurde am 13.05.2020 vom Verband mitgeteilt, dass man das medizinische Konzept nun in die geltenden Durchführungsbestimmungen aufgenommen hat und somit bei Nichtumsetzung nun sportrechtliche Konsequenzen den jeweiligen Vereinen drohen. Obwohl Kenntnis darüber besteht, dass viele Vereine in der 3. Liga das umfangreiche Konzept aufgrund weitaus geringerer struktureller und personeller Voraussetzungen gegenüber den DFL-Vereinen zeitnah kaum umsetzen können, werden mittels oberflächlicher öffentlicher Darstellungen jene Vereine stigmatisiert, welche an den Problemen arbeiten.

Wir, der 1. FC Magdeburg, haben am 16.03.2020 der Aussetzung der Saison 2019/2020 bis zum 30.04.2020 zugestimmt unter der Annahme, dass wir danach mit dreiwöchiger Vorbereitungszeit in Form von Mannschaftstraining den Spielbetrieb wiederaufnehmen werden, unabhängig unseres Tabellenstands. Allerdings war aufgrund der pandemischen Entwicklung bereits Mitte April absehbar, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ohne Einhaltung gleicher Wettbewerbsregularien und ohne weitere erheblichen finanziellen Mehraufwendungen bis zum 30.06.2020 nicht möglich ist. Entsprechend haben wir uns mit unserer Auffassung zum weiteren Saisonverlauf gemeinsam mit sieben weiteren Vereinen am 17.04.2020 positioniert.

Wir erwarten von unserem Verband, dass der Ethik-Kodex des DFB auch gelebt wird. Mit Fair-Play, Integrität, Respekt, Vielfalt und Solidarität sollen die Grundlagen des Fußballs gestärkt werden. Gerade jetzt in der Ausnahmesituation der Corona-Krise dürfen wir vom DFB Respekt und Fair-Play erwarten. Die Inhalte des Ethik-Kodex sind wichtige Grundvoraussetzungen für ein gemeinnütziges Handeln, zu dem sich alle Fußballverbände satzungsmäßig verpflichtet haben.


Mit sportlichen Grüßen

Aufsichtsrat 1. FC Magdeburg,
Präsidium 1. FC Magdeburg e.V.,
Geschäftsführer 1. FC Magdeburg


Samstag, 09.05.2020

EUROPAPOKALSIEGER


Es ist volbracht, wir haben es geschafft! Der große 1. FC Magdeburg ist Europapokalsieger!

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei allen bedanken, die sich an der Spendenaktion "Alle nach Rotterdam" beteiligt haben oder diese, in welcher Form auch immer, unterstützten.

Gemeinsam haben wir rund 180.000€ an Spenden gesammelt. Von dieser Zahl sind jedoch noch die Kosten und Gebühren, beispielsweise für das Spendenkonto, den Kartendruck oder den Versand, abzuziehen.

Da uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht alle Kostenpunkte vollständig vorliegen, müssen wir uns mit der Veröffentlichung einer genauen Spendensumme noch einige Tage gedulden.





Mittwoch, 06.05.2020

Statement zur aktuellen Situation im deutschen Fußball


Das Coronavirus hat die deutsche Sportwelt und insbesondere den Fußball von der Bundesliga bis hin in die tiefsten Niederungen lahm gelegt. Doch während der Amateursport vernünftigerweise ruhen muss und hunderttausende Freizeitfußballer nicht ihrem liebsten Hobby nachgehen dürfen, diskutiert der Profifußball über eine schnellstmögliche Wiederaufnahme des Ligabetriebs.

In dieser Diskussion bezieht die große und vielschichtige Fanszene des 1. FC Magdeburg Stellung und spricht sich dafür aus, den Spielbetrieb im deutschen Profifußball bis auf Weiteres ruhen zu lassen. Mit diesem Statement wollen wir zudem den Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg den Rücken stärken, sich weiterhin gegen eine zeitnahe Wiederaufnahme des Ligabetriebs auszusprechen.

In den folgenden Ausführungen legen wir unsere Beweggründe für diese Forderung dar.

Gesundheitliche Risiken

Dass das Coronavirus auch vor dem deutschen Profifußball keinen Halt macht, haben die jüngsten Ergebnisse der ersten Testreihe in den beiden Bundesligen gezeigt. Wie unbesorgt zudem ein oder vielleicht auch mehrere Spieler mit dem Thema umgehen, hat Salomon Kalou von Hertha BSC auf erschütternde Art und Weise bewiesen. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs birgt trotz eines umfangreichen Hygienekonzeptes mindestens ein Restrisiko, wenn nicht sogar aufgrund menschlichen Versagens ein generelles Risiko, das Coronavirus weiter zu verbreiten. Dass offensichtlich auch die Verantwortlichen von DFB und DFL nicht vollständig von ihrem Hygienekonzept überzeugt sind wird spätestens darin deutlich, dass nach unseren Informationen die Spieler zusätzlich verpflichtet werden sollen einen Haftungsausschluss für den Fall zu unterschreiben, dass sie sich während einer Fußballpartie mit dem Coronavirus infizieren.

Neben dem Ansteckungsrisiko setzen sich die Spieler jedoch auch einem erhöhten Verletzungsrisiko aus. Bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist mit einem engmaschigen Spielrhythmus zu rechnen, welcher, auch bei einer Erhöhung der Wechselmöglichkeiten in einem Spiel, das Risiko für ernsthafte und möglicherweise auch langwierige Verletzungen voraussichtlich erhöht.

Die Gesundheit der Fußballspieler wird von allen Verantwortlichen, die sich für eine schnellstmögliche Wiederaufnahme des Ligabetriebs aussprechen, leichtfertig aufs Spiel gesetzt.


Wirtschaftlicher Aspekt

Die wirtschaftlichen Folgen für den Fußball durch das Coronavirus sind derzeit noch nicht abschätzbar, da niemand wirklich weiß, wie sich die Situation in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird. Für den 1. FC Magdeburg wird sich der finanzielle Schaden bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der dritten Liga nach ersten Schätzungen auf mindestens 740.000€ belaufen. Viele Vereine in der dritten Liga sind von den verlässlichen Zuschauereinnahmen an den Heimspieltagen abhängig und können grundsätzlich nicht auf die überdimensionierten Fernsehgelder zurückgreifen, wie dies zum Teil in den beiden Bundesligen der Fall ist.

Überhaupt ist die Frage aufzuwerfen, wie es sein kann, dass zahlreiche Fußballclubs in den beiden Bundesligen auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs drängen, um dem finanziellen Kollaps zu entgehen. Offensichtlich ist das System Profifußball als Ganzes trotz voller Stadien und Abermillionen schwerer Fußballclubs kaum nachhaltig und höchst unsolidarisch.

Kurzum: der Profifußball ist schon lange schwer krank und er widert uns als Fußballfans an. Statt weiterhin die Augen vor horrenden Spielergehältern, astronomischen Ablösesummen und unsozialen Pay-TV-Verträgen zu verschließen, sollte der deutsche Fußball die Zeit des Stillstands nutzen und die Themen Nachhaltigkeit, Solidarität, Sozialität und freie Zugänglichkeit für jeden Fußballfan konzeptionell aufgreifen.


Sportliche Situation

Bedingt durch die unterschiedlichen Voraussetzungen an den jeweiligen Standorten in der dritten Liga oder aufgrund von Sondergenehmigungen befinden sich zum Teil seit Wochen bereits mehrere Mannschaften wieder im (fast) regulären Trainingsbetrieb, während beispielsweise unser 1. FC Magdeburg aufgrund der in Sachsen-Anhalt geltenden Eindämmungsverordnung auch weiterhin den Trainingsbetrieb vernünftigerweise nicht aufnehmen kann. Denn was für den Amateurfußballer und Breitensportler gilt, hat unserer Ansicht nach auch für einen Drittligafußballer zu gelten. Das Infektionsrisiko ist schließlich das gleiche, unabhängig davon ob der Sport als Hobby oder Hauptberuf ausgeübt wird.

Eine schnellstmögliche Wiederaufnahme des Ligabetriebs in der dritten Liga sorgt aufgrund der ungleichen Ausgangsbedingungen für einen verzerrten Wettbewerb. Ein verzerrter Wettbewerb wiederum ist weder im Sinne der Fans, noch im Sinne des Sports.

Fußballclubs und Verbände sind gefragt, um eine solidarische und für alle Beteiligten annehmbare Lösung zu finden. Orientierung könnten die Modelle der Deutschen Handball Liga oder der Deutschen Eishockey Liga bieten, in welchen der Ligabetrieb bereits abgebrochen worden ist.


Testressourcen

Während landauf landab Millionen von Arbeitnehmern, die den täglichen Kontakt zu Mitmenschen beispielsweise im Gesundheits- und Pflegesektor, aber auch in vielen anderen Bereichen, nicht vermeiden können auf die sowieso schon viel zu knappen Testressourcen angewiesen sind, kann eine kleine elitäre Gruppe im deutschen Profifußball fernab der gesellschaftlichen Realität mehrfach durchgetestet werden. Dabei ist es unerheblich, woher die Testkapazitäten kommen, wer sie bezahlt hat und ob sie in der Gesellschaft tatsächlich fehlen oder nicht. Die Botschaft, welche durch diese Vorgehensweise vermittelt wird, spricht ganz klar für sich.

Während DFB-Präsident Fritz Keller, welcher kein Stück besser als seine Vorgänger zu sein scheint, medienwirksam mitteilt, dass der Fußball keine Sonderrolle beansprucht, nimmt der Fußball im gleichen Atemzug ohne mit der Wimper zu zucken diese Sonderrolle wohlwissend ein.


Moralische Bedenken

Wenn die Eindämmungsverordnungen etwas Gutes haben, dann dass sie für alle Menschen gleichermaßen gelten, unabhängig von Einkünften, sozialer Stellung oder anderer Kriterien. Dass sich der Fußball mit aller Macht eine Sonderrolle aneignen und über die bestehenden Beschränkungen hinwegsetzen will, ist moralisch nicht zu vertreten. Es demonstriert aber in eindrucksvoller Art und Weise, wie sehr sich der Profifußball bereits von der Basis des Sports und der Anhängerschaft, ja eigentlich von der gesamten Gesellschaft, entfernt hat.

Sobald jedoch die heilige Blase des Profifußballs angestochen wird, stellen sich hochrangige Verbands- und Vereinsfunktionäre höchstpersönlich als Moralapostel dar. Natürlich ist es leichter beim Stand von 0:6 einen Ball von A nach B zu schieben und dieses Schauspiel in den Medien als gesellschaftliche Verantwortung zu verkaufen, als nun, wo es wirklich mal hart auf hart kommt, tatsächlich seiner Verantwortung gerecht zu werden. Hier demaskiert sich das Fußball-Business.

Denn was häufig in den Diskussionen vergessen wird: Profifußball hat in unserer Gesellschaft auch eine Vorbildfunktion und diese wird, insbesondere gegenüber fußballbegeisterten Kindern, Hobbyfußballern und Breitensportlern, bei einer schnellstmöglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebs in keiner Weise ausgeübt.

Moralisch bedenklich ist es außerdem in diesen Zeiten gesellschaftliche Veranstaltungen zu organisieren, die zwar im Stadion keine Zuschauerströme zulassen, aber aufgrund ihrer Strahlkraft das Potenzial haben (weitab) außerhalb der Fußballstadien für Zusammenkünfte von Menschen zu sorgen. Dabei teilen wir jedoch ausdrücklich nicht die Meinung der Gewerkschaft der Polizei, welche Massenaufläufe vor den Stadiontoren erwartet. Das können wir für den Standort Magdeburg unter den aktuellen Bedingungen zumindest in organisierter Form ausschließen und halten es auch in unorganisierter Form für unwahrscheinlich.


Resümee

Der Profifußball, so weit entfernt von der Basis und der Anhängerschaft wie nie zuvor, zeigt in diesen Tagen sein wahres Gesicht. Die Gesundheit der Spieler, ein verzerrter Wettbewerb, das unnötige Ausreizen von knappen Testressourcen, die Vorbildfunktion – all diese Punkte sind nur Nebensache, wenn es in Wirklichkeit nicht um den Fußballsport geht, sondern ausschließlich um eine elitäre Sonderrolle und hunderte Millionen von Euro.

Sollte es tatsächlich, allen Argumenten zum Trotz, zeitnah zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs kommen, so darf sich der Profifußball nicht wundern, dass die sowieso schon ausgeprägten Entfremdungstendenzen zur Basis des Fußballsports und den Fanszenen weiter zunehmen werden. Ein Profifußball, der sich ausschließlich aus seinem Eigeninteresse heraus nicht an die Seite der Gesellschaft, sondern über sie stellt, wird nicht nur seiner sozialen Verantwortung nicht gerecht, sondern er produziert mehr denn je Fußballfans, die sich gegen diese widerlichen Auswüchse zur Wehr setzen werden.

Block U - 1. FC Magdeburg im Mai 2020


Montag, 04.05.2020

Spendenaktion „Alle nach Rotterdam“ erfolgreich beendet


Um 23:59 Uhr endete am gestrigen Sonntag nach fast einem Monat die Spendenaktion „Alle nach Rotterdam“ zugunsten des großen 1. FC Magdeburg. Die Resonanz auf die Aktion war überwältigend und Eure Spendenbereitschaft wirklich grandios. Insgesamt werden sich am 08.05.2020 6.426 Clubfans auf den gedanklichen Weg nach Rotterdam begeben und den Europapokal der Pokalsieger ein zweites Mal nach Magdeburg holen! Dafür möchten wir uns bei allen Spendern und Unterstützern wirklich ganz herzlich bedanken!

Der Versand läuft indes weiter auf Hochtouren und wir arbeiten gewissenhaft daran, dass alle Spender in Deutschland, die ihr Geld bereits rechtzeitig überwiesen haben, ihre Karten in der laufenden Woche erhalten werden.

Wie geht es nun weiter?

Zunächst möchten wir alle säumigen Spender bitten, schnellstmöglich ihre Spenden unter Angabe der Bestellnummer auf das Spendenkonto zu überweisen. Die Überweisungsfrist endet am kommenden Donnerstag, den 07.05.2020, um 23:59 Uhr. Alle bis dahin nicht beglichenen Bestellungen werden nach Ablauf der Frist annulliert.

Erst im Anschluss daran können wir eine genaue Kostenbilanz aufstellen und die Gesamtkosten, wie beispielsweise Gebühren oder Druck- und Versandkosten, von der Spendensumme abziehen. Die bereinigte Spendensumme wird dann schnellstmöglich bekannt gegeben und zur Zahlung an den 1. FC Magdeburg e.V. angewiesen.


Sonntag, 26.04.2020

ENDSPURT - ALLE AUF NACH ROTTERDAM




Donnerstag, 23.04.2020

Fast 5.000 Clubfans in Rotterdam dabei & Ticketversand hat begonnen


Die Spendenaktion „Alle nach Rotterdam“ mobilisiert weiterhin mehr und mehr Clubfans, die mit Euch und uns gemeinsam den (gedanklichen) Weg in die Niederlande zum großen Finale antreten wollen.

So haben wir es fast 2 Wochen vor dem Endspiel geschafft die offizielle Zuschauerzahl vom Finale 1974 zu überbieten und die Bestellung der Finalkarten ebbt einfach nicht ab. Stand heute um 18:00 Uhr fahren wir mit 4.829 Clubfans in den „Kuip“ von Rotterdam!

Macht weiter so!

Damit alle Clubfans auch rechtzeitig die Eintrittskarten, Zugfahrscheine und Bordkarten in den Händen halten, ist nun auch wie versprochen der Versand angelaufen. Da wir nicht aller Tage die Möglichkeit haben ein Finale im Europapokal zu erleben, haben wir eigens zu diesem Anlass besondere Briefmarken entworfen. Rahmt Sie Euch ein!

Wir treffen uns am 08.05.2020 um 15:00 Uhr an der Nordseite der Erasmusbrücke in Rotterdam! Pünktlich um 17:00 Uhr werden wir dann unseren (gedanklichen) Fanmarsch zum „De Kuip“ starten. Nähere Informationen zum Treffpunkt und zum Fanmarsch werden in den nächsten Tagen die Fanbetreuung und die Fanhilfe veröffentlichen!

Nun liegt es an Euch. Rafft Euch auf. Fahrt nach Rotterdam. Sichert Euch die Tickets und mobilisiert alle Clubfans in Eurem Umkreis, die aktuell noch wortwörtlich ohne Fahrschein sind! Der Club braucht Euch! Wir brauchen Euch!

Schlussendlich möchten wir aber noch 2 Hinweise loswerden.

Es ist gut möglich, dass der Versand ins europäische Ausland aufgrund der aktuellen Einschränkungen länger dauert wie gewohnt. Habt bitte ein wenig Geduld. Für Fragen könnt Ihr Euch an 8.mai@posteo.de wenden.

Denkt bitte daran Eure Bestellungen auch zu bezahlen. Es sind nicht viele von Euch, aber doch einige, die mit der Bezahlung noch im Verzug sind. Haltet Euch ran!


Donnerstag, 16.04.2020

Quarantäne für den Fußball – Geisterspiele sind keine Lösung!


Die Frage, wann und in welcher Form wieder Profifußball gespielt werden darf, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen viel diskutiert. In der nach wie vor teils unübersichtlichen gesellschaftlichen Situation wurden von verschiedenen Akteuren eine Vielzahl ethischer, epidemiologischer und anderer Argumente ins Feld geführt. Im Folgenden möchten wir uns, als bundesweiter Zusammenschluss der Fanszenen und mit Blick auf die DFL-Vollversammlung, zu dem Thema äußern:

Die Wiederaufnahme des Fußballs, auch in Form von Geisterspielen, ist in der aktuellen Situation nicht vertretbar – schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung. Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft und insbesondere all denjenigen, die sich in der Corona-Krise wirklich gesellschaftsdienlich engagieren. Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne.

Wir vertreten die klare Position, dass es keine Lex Bundesliga geben darf. Fußball hat in Deutschland eine herausgehobene Bedeutung, systemrelevant ist er jedoch ganz sicher nicht. Beschränkungen, die für vergleichbare Bereiche der Sport- und Unterhaltungsindustrie gelten, müssen auch im Fußball Anwendung finden. In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken. Wenn seit Wochen über einen Mangel an Kapazitäten bei CoVid-19-Tests berichtet wird, ist die Idee, Fußballspieler in einer extrem hohen Taktung auf das Virus zu untersuchen, schlicht absurd. Ganz zu schweigen von der Praxis eines Fußballspiels mit Zweikämpfen, eines normalen Trainingsbetriebes in Zeiten von Versammlungsverboten und eines gemeinsamen Verfolgens potenzieller Geisterspiele durch Fans.

Die Rede von gesellschaftlicher Verantwortung und Pläne für exklusive Testkontingente (über 20.000 Stück) für den Profifußball passen nicht zusammen. Wir verstehen, dass Vereinsfunktionäre durchaus rechtliche Verpflichtungen haben, im Sinne des finanziellen Wohls ihres Vereins zu handeln. In einer Situation jedoch, in der die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft vor enormen Herausforderungen stehen, ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass offenbar sämtliche Bedenken hintenangestellt werden, wenn es darum geht, den Spielbetrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, bzw. erneut zu starten.

Ganz offensichtlich hat der Profifußball viel tieferliegende Probleme. Ein System, in das in den letzten Jahren Geldsummen jenseits der Vorstellungskraft vieler Menschen geflossen sind, steht innerhalb eines Monats vor dem Kollaps. Der Erhalt der Strukturen ist vollkommen vom Fluss der Fernsehgelder abhängig, die Vereine existieren nur noch in totaler Abhängigkeit von den Rechteinhabern.

Die Frage, weshalb es trotz aller Millionen keinerlei Nachhaltigkeit im Profifußball zu geben scheint, wie die Strukturen und Vereine in Zukunft robuster und krisensicherer gemacht werden können, wurde zumindest öffentlich noch von keinem Funktionär gestellt. Das einzig kommunizierte Ziel ist ein möglichst schnelles ,,Weiter so!‘‘, das jedoch lediglich einer überschaubaren Zahl an Beteiligten weiterhin überragende Einkünfte garantiert. Das Gerede von zigtausenden Jobs halten wir schlicht in den meisten Fällen für einen Vorwand, weiterhin exorbitante Millioneneinkünfte für wenige extreme Profiteure zu sichern. Dies zeigt sich auch in der absoluten Untätigkeit des DFB, im Hinblick auf den Fußball unterhalb der 2. Bundesliga. Dass Geisterspiele hier viel stärkere Folgen hätten, als in den Ligen der DFL, wird ausgeblendet. Hauptsache das „Premiumprodukt“ kann weiterexistieren. Hier wird der DFB seiner Rolle nicht nur nicht gerecht, er zeigt auch wiederholt, wessen Interessen er vertritt.

Seit Jahren fordern Fans Reformen für eine gerechtere Verteilung der TV-Einnahmen und kritisieren die mangelnde Solidarität zwischen großen und kleinen Vereinen. Wir weisen auf Finanzexzesse, mangelnde Rücklagenbildung und die teils erpresserische Rolle von Spielerberatern hin. Die Gefahr der Abhängigkeit von einzelnen großen Geldgebern haben wir anhand von Beispielen wie 1860 München, Carl Zeiss Jena und anderen immer wieder aufgezeigt.

Spätestens jetzt ist es aller höchste Zeit, dass sich Fußballfunktionäre ernsthaft mit diesen Punkten auseinandersetzen. Die jetzige Herausforderung ist auch eine Chance: Die Verbände sollten diese Krise als solche begreifen und die Strukturen des modernen Fußballs grundlegend verändern. Es ist höchste Zeit!

In diesem Zusammenhang fordern wir:

-Der aktuelle Plan der DFL, den Spielbetrieb im Mai in Form von Geisterspielen wieder aufzunehmen, darf nicht umgesetzt werden. Wir maßen uns nicht an, zu entscheiden, ab wann der Ball wieder rollen darf. In einer Situation, in der sich der Fußball auf diese Weise so dermaßen vom Rest der Gesellschaft entkoppeln würde, darf es jedoch nicht passieren.

-Eine sachliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage muss forciert und eine Abkehr vom blinden Retten der TV-Gelder vollzogen werden. Auch ein möglicher Abbruch der Saison darf kein Tabu sein, wenn die gesellschaftlichen Umstände es nicht anders zulassen. In diesem Fall sollten nicht nur Horrorszenarien in Form von drohenden Insolvenzen skizziert werden, sondern Lösungsmöglichkeiten in Form von Förderdarlehen, erweiterten Insolvenzfristen und anderen Kriseninstrumenten, denen sich auch die restliche Wirtschaft stellt, diskutiert werden.

-Eine kommende Lösung muss maximal solidarisch sein. Es darf unter den Vereinen keine Krisengewinner - und verlierer geben. Die Schere zwischen ,,groß‘‘ und ,,klein‘‘ darf nicht noch weiter auseinandergehen. Ausdrücklich schließen wir damit auch die Vereine der dritten Liga und der Regionalligen mit ein, für die Geisterspiele ohnehin keine Option sind.

-Die Diskussion über grundlegende Reformen, um den Profifußball nachhaltiger und wirtschaftlich krisensicherer zu gestalten, muss jetzt beginnen. Sie darf nicht nur von Fans und Journalisten geführt werden, sondern ist die zentrale Aufgabe der Verantwortlichen der Clubs und Verbände. Strukturen und Vereine müssen auf einen finanziell und ideell sicheren Boden zurückgeholt werden. Dabei muss die 50+1-Regel weiterhin unberührt bleiben.

Die Phase einer von der restlichen Gesellschaft komplett entkoppelten Fußballwelt muss ein Ende haben!

Fanszenen Deutschlands im April 2020


Dienstag, 14.04.2020

Zwischenstand zur Spendenaktion

Die Spendenaktion „Alle nach Rotterdam“ für unseren 1. FC Magdeburg läuft zwar erst seit gut 9 Tagen, doch dank Euch und Euren Fanclubs sind bereits über 4.000 Eintrittskarten für das große Finale in Rotterdam am 08.05.2020 vergeben worden. Das erste große Ziel, nämlich die bis dahin größte Zahl an Auswärtsfahrern in Kaiserslautern zu knacken, ist uns also bereits sehr frühzeitig gelungen. Dafür sind wir Euch sehr dankbar!

Natürlich wollen wir uns mit 4.000 Clubfans in Rotterdam noch nicht zufrieden geben, so dass wir die Spendenaktion weiter pushen und bewerben wollen. Dafür sind wir selbstverständlich auf Eure Mithilfe angewiesen. Mobilisiert Euer Umfeld, teilt die Spendenaktion in den sozialen Netzwerken und betreibt weiterhin so fleißig Aufklärungsarbeit zum Ziel und zum Zweck der Spendenaktion.

Gemeinsam wollen wir nun die Zuschauerzahl aus dem EC-Finale von 1974 einstellen. Die offizielle Zuschauerzahl betrug seinerzeit 4.641, doch inoffiziellen Angaben nach könnte sie auch bei rund 5.000 gelegen haben.

Also dann, packen wir es an: Fahren wir mit 5.000 Clubfans nach Rotterdam und holen uns den Europacup – zum zweiten Mal!





Übrigens haben uns in den letzten Tagen vermehrt Anfragen zu verschiedenen Themen erreicht. Daher möchten wir Euch an dieser Stelle nochmal die am häufigsten gestellten Fragen kurz und knapp beantworten.


Wieso initiieren der FanRat und Block U eine Spendenaktion, wenn es der „1. FC Magdeburg Spielbetriebs GmbH“ doch eigentlich finanziell gut geht?


Grundsätzlich ist es so, dass wir die Spendenaktion ins Leben gerufen haben, um den 1. FC Magdeburg, ganz gleich ob „Spielbetriebs GmbH“ oder „eingetragener Verein“, vor den nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Corona-Krise zu schützen oder diese eben so gut es nur geht zu mindern. Dass wir derzeit finanziell gut aufgestellt sind und über ein verhältnismäßig großes Eigenkapital verfügen bringt uns zwar eine gewisse Sicherheit, aber auch dieses Kapital ist endlich und kann durch ausbleibende Einnahmen schnell und spürbar schrumpfen. Wir wissen also nicht, was die nächsten Wochen und Monate passiert und was diese Krise finanziell mit unserem 1. FCM, aber auch mit den vielen kleinen und größeren Sponsoren, macht. Wir verfolgen also bewusst einen präventiven Ansatz und sorgen also somit lieber vor als nach!


Geht das gesammelte Geld an die „Spielbetriebs GmbH“ oder an den „eingetragenen Verein“?


Wir haben uns dazu entschieden das gesammelte Geld vollständig an den „eingetragenen Verein“ zu spenden. Diesbezüglich existiert auch eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem „e.V.“ und dem FanRat. Wir finden es wichtig, dass die Mitarbeiterschaft des 1. FC Magdeburg sowie das Nachwuchsleistungszentrum durch Eure Spenden gestützt und abgesichert werden.


Wann werden die Eintrittskarten endlich verschickt und an wen kann ich mich bei Problemen wenden?


Die Spendenaktion war nicht geplant und wurde mehr oder weniger spontan und ehrenamtlich initiiert. Karten designen, Karten drucken und signieren lassen, dazu noch den Versand vorbereiten – all das benötigt seine Zeit. Wir gehen derzeit davon aus, dass wir mit dem Versand der Eintrittskarten und optional auch der Zugfahrscheine und Bordkarten mit Beginn der 17. Kalenderwoche, also ab dem 20.04.2020, beginnen werden. Danke für Eure Geduld!

Mit Fragen, Anregungen oder Kritik könnt Ihr Euch weiterhin an 8.mai@posteo.de wenden.



Wie lange habe ich noch die Möglichkeit an der Spendenaktion teilzunehmen?


Die Spendenaktion und die dazu gehörige Internetseite www.1974.fcmfanblock.com laufen noch bis zum 03.05.2020 um 23:59 Uhr. Danach erklären wir die Spendenaktion für beendet und werden in den darauf folgenden Tagen, wenn alle Kosten der Aktion beglichen worden sind, eine genaue Spendensumme veröffentlichen.


Wo kann ich das Spiel sehen, wenn ich nicht mit nach Rotterdam fahren kann?


Dazu können wir leider noch nichts genaues sagen. Weiterhin bleibt unsere Zielstellung, dass das Spiel für alle Daheimgebliebenen in einem Stream zu sehen sein wird. Derzeit befinden wir uns in Gesprächen bezüglich der Erteilung einer Sublizenz. Leider ist das Ganze gar nicht so einfach wie gedacht, aber wir hängen uns für Euch weiter dahinter!


Werden wir Europapokalsieger der Pokalsieger?


Ja. Wir sagen einen 2 : 0 Finalerfolg gegen den AC Mailand voraus.


Dienstag, 07.04.2020

Informationen zum Spendenaufruf

Der Spendenaufruf für unseren 1. FC Magdeburg hat in den ersten 3 Tagen unsere Erwartungen vollends übertroffen. Dank Euch sind bereits über 2300 Eintrittskarten für das große Finale am 08.05.2020 im „De Kuip“ von Rotterdam vergeben worden und wir sind uns sicher, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist.

Um die Spendenaktion weiter voran zu treiben, werden die ersten 4.000 Eintrittskarten per Zufallsprinzip sowohl von aktuellen Spielern der 1. Mannschaft als auch von einigen unserer großen 74er-Helden signiert. Mit 4.000 Clubfans zum großen Finale nach Rotterdam zu fahren ist gleichzeitig auch die erste Zielstellung, welche wir mit Eurer Hilfe erreichen wollen!


Anbei noch einige wichtige Informationen zur Aktion in Kurzform:


Der Versand der Eintrittskarten sowie optional der Zugfahrscheine oder Bordkarten erfolgt aus logistischen Gründen wahrscheinlich erst ab der 17. Kalenderwoche.

Ab sofort ist auch der Versand nach Österreich und in die Schweiz möglich. Für Anfragen zu individuellen Versandmodalitäten in andere Länder nutzt bitte die E-Mail-Adresse 8.mai@posteo.de.

Wir werden in regelmäßigen Abständen mitteilen, mit wie vielen Clubfans die niederländischen Behörden rechnen müssen. Über einen Treffpunkt sowie den fiktiven Fanmarsch in Rotterdam werden wir in den nächsten Tagen informieren!

Eine Spendensumme werden wir nur einmalig nach Beendigung der Spendenaktion veröffentlichen, wenn wir alle Gebühren (PayPal, Bankgebühren) und Kosten (Druck, Versand) ordnungsgemäß abgezogen haben.

Seht bitte von Anfragen nach Postern oder Originaldateien ab. Wenn die Spendenaktion weiterhin so erfolgreich verläuft, werden wir sicherlich noch die eine oder andere Idee in die Wirklichkeit umsetzen. Auch dem Wunsch nach individuellen Signaturen oder Signaturen bestimmter Spieler können wir leider nicht nachkommen.

Weitere Anfragen, Ideen oder Anregungen könnt Ihr jederzeit an 8.mai@posteo.de schicken.




Wir freuen uns riesig, dass Ihr diese Spendenaktion so gut angenommen habt. Um zufrieden zu sein, ist es aber natürlich noch zu früh. In unserer Fanszene steckt großes Potential, also lasst es uns ausnutzen. Mobilisiert weiterhin in den sozialen Netzwerken und in Euren Fanclubs und bewerbt die Aktion! Das erste Ziel ist klar: 4.000 Clubfans im „De Kuip“!

ALLE AUF NACH ROTTERDAM! HOLEN WIR UNS DEN EUROPACUP – ZUM ZWEITEN MAL!